Die Biotechnologie umfasst viele Aspekte des täglichen Lebens. Jeder kommt mit den verschiedenen Bereichen der Biotechnologie in Berührung, denn sie wird im Bezug auf die Produktion von Wasch.- und Reinigungsmitteln genauso angewandt, wie bei der Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente sowie im landwirtschaftlichen Bereich durch die Entwicklung neuer Pflanzenspezies. Die Biotechnologie umfasst die Arbeit mit lebenden Organismen. Definiert wird die Biotechnologie nach der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung folgendermaßen: Die Biotechnologie dient der Herstellung von Waren und dem Angebot von Dienstleistungen unter technischer und wissenschaftlicher Anwendung und Erforschung an lebenden Organismen und / oder deren Teilen. Ebenfalls zu Forschungszwecken können Modelle oder Produkte von lebenden Organismen eingesetzt werden sowie veränderte lebende oder nicht lebende Materie, wenn dies der Erweiterung des Wissensstandes dient.
Die Arbeit wird nach neuestem technischen Standard durchgeführt und unter Einbeziehung der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Im Mittelpunkt der Biotechnologie steht neben der Erforschung von Menschen, Tieren und Pflanzen ebenso die Erforschung kleinster Organismen, wie Moleküle oder Zellen. Nachdem die Mikrobiologie im 18. und 19. Jahrhundert neue Erkenntnisse brachte und die Nützlichkeit von Bakterien und Enzymen entdeckt wurde, konnten diese Erkenntnisse sinnvoll in der Biotechnologie angewandt werden. So zum Beispiel zur Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen, bei denen Bakterien eine große Rolle spielten. Heute wird weitgehend auf der Basis der Molekularbiologie gearbeitet. Die Biotechnologie wird im Groben in drei einzelne Bereiche unterteilt, obwohl es in dieser Branche viele Unterbereiche gibt sowie Bereiche, die nicht zuverlässig zugeordnet werden können. Die drei großen Bereiche der Biotechnologie sind die rote Biotechnologie, die grüne Biotechnologie und die weiße Biotechnologie.
Die drei Bereiche der Biotechnologie
Bei der roten Biotechnologie handelt es sich um die Biotechnologie im medizinischen Bereich. Hier wird vor allem für die Entwicklung neuer Medikamente geforscht, wobei die Krebstherapie einen Schwerpunkt darstellt. Auf diesem Sektor konnten schon weitreichende Erfolge erzielt werden. So sind die heutigen Krebsmedikamente größtenteils frei von den gefürchteten Nebenwirkungen und wirkungsvoller im Kampf gegen die tödliche Krankheit. Neben der Entwicklung neuer medizinischer Wirkstoffe und Medikamente beschäftigt sich die rote Technologie mit der Erforschung und Weiterentwicklung neuer, differenzierterer diagnostischer Verfahren.
Die grüne Biotechnologie gibt es eigentlich schon so lange wie die Landwirtschaft selbst, nur wurde sie damals nicht als solche bezeichnet. Die Bauern kreuzten seit jeher verschiedene Pflanzenarten miteinander, um die daraus resultierenden Pflanzen resistenter gegen Krankheiten zu machen und größere Früchte und Erträge hervorzubringen. Nur war damals der genetische Aspekt dieser Kreuzungen und Rückkreuzungen nicht bekannt. Der Durchbruch kam erst mit der Mendelschen Vererbungslehre, die für große Fortschritte in dem Bereich der grünen Biotechnologie sorgte. Eine große Rolle bei der Züchtung neuer Pflanzen spielt die Entschlüsselung des Erbguts der Ursprungspflanzen.
Die weiße Biotechnologie schließlich ist in der Industrie angesiedelt. Schon immer wurden bestimmte Lebensmittel wie Bier, Käse oder Brot unter Zugabe von lebenden Mikroorganismen hergestellt. Auch dieser Bereich zählt zu der weißen Biotechnologie. Weiterhin ist die Entwicklung und Produktion von Waschsubstanzen, Reinigungsmitteln und Kosmetika ein wichtiger Sektor der weißen Biotechnologie. Im Fokus der weißen Biotechnologie steht zunehmend auch der ökologische Faktor. So sind biotechnologische Verfahren sanfter und die Produktion kann unter umweltfreundlicheren Bedingungen durchgeführt werden, wie das bei chemischen Prozessen der Fall ist. Auch die Entwicklung der Produkte selbst steht zunehmend unter dem Gesichtspunkt von Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit, so zum Beispiel bei Waschmitteln, die auch bei niedrigen Waschtemperaturen für saubere Wäsche sorgen.
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